Die Effektivität eines Beratungsprojektes zur Organisation der Nachfolge kann dadurch eingeschränkt werden, dass der scheidende Unternehmer entweder erwartet, dass der Berater den gesamten Prozess allein managt, oder dass er davon ausgeht, dass der Stolz auf das Lebenswerk den Blick auf den Markt und die erforderliche Vorlaufzeit bis zum Verkauf verstellt. Nachhaltig wird das Ganze nur durch eine Kooperation mit klarem Blick auf das Machbare. Dafür braucht es einen Ablauf- und Zeitplan.
Die folgende Beschreibung soll dies erläutern:
1. Identifikation des Objektes der Nachfolge: Was in das Nachfolgepaket hinein soll oder ausgeschlossen bleibt (Firma, Grund- oder Immobilienbesitz, Lagerbestand)
2. Prüfung, ob der Klient überhaupt bereit ist, die Verantwortung zu übergeben, dazu Erfragung gesundheitlicher Handicaps und Entwicklung von Ideen 'für die Zeit danach'
3. Anhörung zur Wunschvorstellung des Seniors zur Nachfolgeregelung und zum Übergabezeitraum sowie erster Eindruck von der Situation im Familien-Umfeld
4. Bisher erfolgte Maßnahmen in Eigenregie und Ergebnisse dazu
5. Prüfung, ob das Unternehmen im Sinne der Zielvorstellung nachfolgefähig ist (Unternehmensbewertung, darin Bewertung der Wettbewerbsfähigkeit von Ausrüstung, Organisationsstruktur und Qualifikation der Mitarbeiter) im Sinne von Führungsstrukturen und Klumpenrisiken. Im Anschluss evtl. Erörterung geeigneter Alternativen bzw. Anpassungen der Wunschvorstellung
6. Vergleich der Bilanzzahlen mit der Zielvorstellung des Inhabers zum Verkaufserlös
7. Findung eines Planungszeitraumes mit Festlegung geeigneter Maßnahmen zur Erzeugung der Nachfolgefähigkeit des Unternehmens
8. Vorstellung der Nachfolge-Varianten durch den Berater, Erörterung der Vorteile und Nachteile, Fixierung einer Roadmap mit dem Verkäufer: Erstellung eines mit dem Verkäufer abgestimmten Maßnahmenkataloges zur Realisierung der optimalen Nachfolge-Lösung, Benennung der Verantwortlichkeiten für die Umsetzungsschritte
9. Im Falle eines beabsichtigten Verkaufes an einen Wettbewerber oder Investor (MBI): Identifikation betrieblicher Synergien, Erstellung einer Portal-Anzeige und Anschreiben an potenzielle Interessenten, sowie Informationen an öffentliche Träger
10. Festlegung der Wartefristen für Reaktionen und nachfolgender Justierung / Korrektur von Veröffentlichungen
11. Aufbau eines digitalen Datenraums (VDR): Strukturierte Ablage aller relevanten Dokumente (Gesellschafterverträge, Jahresabschlüsse, Steuerbescheide, Patente, Arbeitsverträge, Kundenlisten)
12. Bei Rechtsfragen, Steuern, Unternehmensbewertung oder Vertragsgestaltung werden – soweit erforderlich – Rechtsanwälte, Steuerberater oder weitere Spezialisten hinzugezogen. Die Wirtschaftssenioren übernehmen dabei die Rolle des Lotsen und Prozessbegleiters.